Schriftgarten kleines Glossar No 1

Betrachtung, Analyse, Interpretation
Beschreibe, was du im Bild siehst, eigne dir Wissen darüber an und erkläre die Bedeutung dazu.

Experimentelle Literatur/ experimentelle Lyrik
Bedeutet einerseits einen Bruch mit herkömmlichen Formen, andererseits eine höhere Gewichtung der Form, die als prägendes Element verstanden wird. Nicht der Inhalt wird der Form übergeordnet, sondern beide Kategorien sind ebenbürtig miteinander verschränkt. Früher Klassiker der Experimentellen Literatur: “Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman von Laurence Sterne. Weitere Vertreter: James Joyce, Arno Schmidt, Gertrude Stein, Friederike Mayröcker. Der wohl bekannteste Vertreter der experimentellen Lyrik ist der Österreicher Ernst Jandl.

Gedankenströme
Erzähltechnik, die scheinbar in ungeordneter Folge Bewusstseinsinhalte einer oder mehrerer Figuren wiedergibt.

Gender
Geschlechtereigenschaften einer Person in Abgrenzung zu ihrem biologischem Geschlecht. Im Kontext meist soziales Geschlecht und dient zum analytischen Kategorisieren.

Konstruktivismus
Philosophische Denkströmung, deren Geburtsstunde etwa 1900 war. Die These des Konstruktivismus ist, dass sich die Menschen ihre eigene Welt erschaffen: sie leben in einer Welt, die das Produkt ihrer sprachlichen Begrifflichkeit und ihres sprachlichen Ausdrucksvermögens ist.

Medienträger
Ein Medium, eine Art von Informationen, Text, Bild, Film oder Töne zum Transport oder Weitergabe geeignet.

ontologische Differenz
Zwischen dem Zeichen selbst und dem, worauf es verweist, bestehen gravierende Unterschiede.

Raum, Zeit, Körper
Der Mensch bewegt sich in den Ebenen des Raumes, der Zeit und des Körpers.
Der Körper und die Wahrnehmung durch die Sinne dienen dem Menschen als Basis der Erkenntnis. Raum und Zeit sind aus kulturwissenschaftlicher Sicht kulturelle Konstrukte, innerhalb derer menschliches Erleben und Handeln stattfindet und die sich mit der Geschichte des Menschen wandeln.

Rechtschreibung
Grammatik ist ein willkürliches Gesetz mit erfundenen Regeln und Ausnahmen.

Scheibe
In Bezug auf Mayröcker ist die Scheibe eine durchsichtige Trennung von Innen und Aussen, die einen Filter der Realität darstellt.

Schrift
Zeichensystem zur Bewahrung und Weitergabe von gesprochener oder anders kodierter Information.

Schriftgarten
Seminar-Titel, spielt das Konzept der “Adonisgärten” an: Adonis ist in der griechischen Mythologie das Sinnbild der Schönheit und Vegetation. Adonisgärten wurden bereits im 8.Jh.v.d.Z. erwähnt: In Töpfen wurden Pflanzen herangezogen, die nach dem “Aufblühen” aber nicht mehr gewässert werden. Die Blätter welken und fallen ab und werden darauf als Fruchtbarkeitszeichen in Quellen und Flüsse geworfen. Adonisgärten symbolosierten die Vergänglichkeit des Lebens.

Selbstschöpfung
Sprache ist Produkt menschlichen Schaffens aber auch das zentrale Werkzeug menschlicher Selbstschöpfung.

Selbstzweifel
Unsicherheit – Selbstzweifel hat negative Auswirkungen auf viele Bereiche unseres Lebens

Sender/Empfänger
Ein Inhalt wird mithilfe eines Codes vom Sender zum Empfänger übermittelt.

Semiotisches Dreieck
Das semiotische Dreieck ist eine Veranschaulichung davon, wie der Bezug von einem Zeichen (Signifikant) zur eigentlichen Vorstellung (Signifikat) des Referenzobjekts entsteht.

Symbol
Charles Sanders Peirce (amerikanischer Semiologe) unterscheidet aufgrund der Frage, wie das materielle Zeichen sich mit dem Signifikat verbindet, zwischen 3 Zeichentypen: Symbol, Index und Ikon. Ein Symbol beruht auf einer beliebigen Verknüpfung und ist damit ausschliesslich durch gesellschaftliche Konvention festgelegt.
Beispielsweise sagt Shakespears Julia:
“What’s in a name? that which we call a rose
By any other name would smell as sweet.”

Wenn die Verknüpfung von Signifikant und Signifikat auf einer Ähnlichkeit beruht, spricht er von einem ikonischen Zeichen (z.B. Bildschirm-Icon eines Druckers).
Beruht die Verbindung auf einem materiellen Kontakt, so spricht man von einem indexikalischen Zeichen (z.B. die Photographie).

Technik
Das Wort leitet sich ab von griechisch „téchne“, was soviel wie Kunst, Handwerk, Kunstfertigkeit bedeutet.
Technik kann als Prinzip der menschlichen Weltbemächtigung verstanden werden. Laut Karen Barad(Physikerin, Philosophin, Feministin) konstruiert der Mensch die Natur erst durch seine Gerätschaften.
Technik beinhaltet ein Distanznehmen der Menschen zur Natur. Durch diese Distanz kann der Mensch die Natur erfahren, ohne selbst dabei verletzt zu werden. Das ermöglicht eine gezielte Annäherung.
Technik hat immer ein Ziel/eine Funktion.

Wahrnehmung
Jeder Mensch nimmt die Welt anders wahr.
Französisch: Perception –> Deutsch : Wahr – vrai
: -nehmen – prendre
–> Was man wahrnimmt ist nicht unbedingt wahr

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