Glossary

Anicier: Anicius war der Name einer adligen römischen Familie, der gens Anicia. Sie ist seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. bezeugt, erreichte im 2. Jahrhundert v. Chr. das Konsulat und stieg damit in die Nobilität auf. Sie trat in republikanischer Zeit eher wenig in Erscheinung, dafür umso mehr in der späten Kaiserzeit. Im 4. Jahrhundert n. Chr. gewann die Familie durch die Christianisierung des Imperiums an Einfluss, da sie zu den ersten großen Geschlechtern zählte, die zum neuen Glauben übertraten. Es ist allerdings unklar, ob sich die spätantiken Anicii/Anicier mit Recht auf die alte republikanische gens zurückführten – falls es eine Beziehung gab, dann wohl höchstens durch Adoption: Statistisch gesehen fehlte in der römischen Oberschicht etwa alle drei Generationen ein männlicher Erbe, weshalb praktisch alle alten republikanischen Senatorenfamilien bereits um das Jahr 100, spätestens aber zur Zeit der Severer in direkter Linie endeten. Dies galt wohl auch für die „republikanischen“ Anicier. …Im späten 5. und frühen 6. Jahrhundert lebte und wirkte Boëthius, der nicht nur Staatsmann, Konsul und „Kanzler“ war, sondern vor allem auch Philosoph, Theologe und Übersetzer. Neben Augustinus von Hippo und Gregor dem Großen (der wohl sehr wahrscheinlich auch ein Anicier war) gilt Boëthius (mit vollem Namen Anicius Manlius Severinus Boethius) als der größte (lateinische) Philosoph und Theologe der ausgehenden Spätantike. Weitere berühmte Angehörige des Geschlechts waren der weströmische Kaiser Olybrius, seine Tochter, die einflussreiche Aristokratin Anicia Iuliana. (Wikipedia)

Athene: Die Göttin Athene kommt auf die Erde. Sie erscheint Achill. Das wird Ephiphanie genannt. Die Epiphanie Athenes wird im 1. Gesang der Ilias beschrieben/erwähnt. Das sei ein Vorbild für die Erscheinung der Dame Philosophie in der Consolatio.

Bildbeschrieb Wien 271 gemäss bibliothekswissenschaftlichen Standards nach:

Herrmann Julius Hermann, Die frühmittelalterlichen Handschriften des Abendlandes (Leipzig: Karl W. Hiersemann, 1923), S. 184f.  [Deutsche Arbeiten des X. Jahrhunderts]:

“271 [Rec. 2133] f. 1’-76: A.M.T.S. Boethius, De consolatione philosophiae, Lateinisch, Quart, X. Jahrhundert : « In seiner erhobenen Linken hält er – als Personifikation seiner Seele oder seines Verstandes – ein kleines sitzendes Figürchen und wenden seinen Kopf nach links gegen eine stehende weibliche Figur, die Philosophie, um, die an das Kopfende des Bettes tritt…. Die Miniatur umschliesst ein architektonischer Rahmen … Der Stil der Federzeichnung weist auf das Ende des X. Jahrhunderts. In der Haltung der Figuren erinnert die Federzeichnung an südwestdeutsche, namentlich Reichenauer Arbeiten etwa der Zeit Otto’s III.” Diese Beschreibung kann wie folgt abgerufen werden (gemäss persönlicher Mitteilung per email durch Herrn Simader)

https://search.onb.ac.at/primo_library/libweb/action/search.do?mode=Basic&vid=ONB&tab=onb_hanna& die Signatur einer Handschrift unter Anführungszeichen eingeben und so die Beschreibung aufrufen, können Sie unter Details nach Links zu digitalisierten Katalogen Ausschau halten. Für Cod. 271, 84 und 242 können Sie so auch die Beschreibungen Hermanns einsehen. Zu Cod. 3223 und 3252 gibt es leider keine kunsthistorischen Beschreibungen, die online abfragbar wären.” Anbei ein Screenshot der Seite:

 

Herr Simader schreibt ausserdem: Ein weiterer nützlicher Link wäre jener zur Literatur zu Handschriften, wo Sekundärliteratur abfragbar ist:

https://www.onb.ac.at/bibliothek/sammlungen/handschriften-und-alte-drucke/bestaende/bestandsrecherche/literatur-zu-handschriften/

 

Bild als Denkfigur   Das Bild als Denkfigur, Simone Neuber, Roman Veressov, Hrsg., Fink, München 2010. In dieser Publikation befindet sich ein Text von Alison Ross, die Nancys Aufsatz Der Sinn des Bildes bespricht. Sie plädiert dafür, Nancys Materialitäts-Befürwortung (Sinnlichkeit) im Symbolischen zu situieren. Das Sinngeschehen im Bild lässt sich der Materialität verdanken, ohne spirituelle Tiefe (qua Tradition des Bildes) einzubüssen.

Codices Boethiani: Das Warburg-Institut in London hat vier Bände publiziet, in denen sämtliche Handschriften von Boethius weltweit beschrieben werden.  Beschrieben werden in Band II die Handschrift in Wien Nationalbibliothek 271; und die Handschrift in der ZB Zürich. In folgendem pdf auf den Seiten p.9 und p. 15 nach: Lesley Smith (Hrsg.), Codices Boethiani: A Conspectus of Manuscripts of the works of Boethius II (London 2001)Warburg_Codices_Wien_Nationalbibliothek.

Boethius der  historische Autor, Boethius die Figur: John Marenbon, Boethius (Oxford: Oxford University Presse, 2003), p. 99: “There is no good reason to suppose that the circumstances of its composition were other than they are described – those of a man in the condemned cell, with little hope of reprieve. But this is not to say that the states of mind attributed to the character Boethius need ever have been those of the real Boethius. Boethius the character is a persona, very possibly fictional in many of his thoughts and feelings, although sharing the events of Boethius the author’s life. It is important that the two figures be kept distinct …”

B. : Haben wir diskutiert als Abkürzung für “Boethius the character”. Wer ist wer in der Illustration ÖNB 271? In der römischen Antike hatte jede Familie Statuetten nahe dem Herd aufbewahrt, sogenannte “lares familares” (dt.: Laren). Sie werden auch “manes” genannt. Gutartig waren die lares. Sie wurden auch bei Tageslicht verehrt. Waren die manes (nicht einfach identisch mit den lares) bösartig, wurden sie auch larvae genannt. Larve ist heute noch ein altertümlicher Name für Maske. Siehe auch persona.

Hierzu schreibt P. Courcelle: „Boèce git sur ce lit; il tourne la tête en arrière vers Philosophie et tient – assis dans sa main gauche – un petit personnage nu qui se détache sur fond neutre: ce personnage qui discute, main ouverte, avec Philosophie, doit représenter son âme.„

Übersetzung Vera: Boethius liegt auf dem Bett, der Kopf dreht er zur Philosophie und hält in seiner linken Hand eine kleine nackte, sitzende Figur die sich vom neutralen Hintergrund abhebt: die Figur diskutiert mit offener Hand mit Philosophie, sie muss die Seele von Boethius darstellen.” aus Pierre Courcelle: „Histoire littéraire des grandes invasions germaniques“, Etudes augustiniennes, 1964

Capella: Martianus Capella, römischer Schriftsteller um 400 n. Chr. aus Karthago; verfasste eine Enzyklopädie (neun Bücher) der sieben freien Künste (Artes liberales), der er den allegorischen Rahmen einer Hochzeitsfeier des Merkur mit der Philologie (»De nuptiis Philologiae et Mercurii«; deutsch »Die Hochzeit der Philologie und des Merkur«) gab. Das Werk wurde im Mittelalter viel für den Unterricht benutzt, die deutsche Übersetzung stammt von Notker III. von St. Gallen. (Brockhaus)

Dialog Unter dem Gesichtspunkt der Fragestellung des „Boethius Christianus“ kommt es zu folgenden divergierenden Einschätzungen:
A. Ob der Text als Dokument einer philosophischen Argumentation gedeutet werden kann und dann als Seelenführung und „Therapie“ lesbar ist (Donato) oder B. ob der Text einen Dialog szenisch organisiert, der die Grenzen philosophischen Argumentierens thematisiert (Marenbon 2015).
Vor diesem Hintergrund gewinnt die visuelle Darstellung der Figuren an Relevanz im Verhältnis zur Organisation der Figuren innerhalb der Textstruktur: Das betrifft die unterschiedliche Grösse der Figuren, ihre Positionierung als stehend, liegend oder sitzend im Bildraum, der auch in unterschiedliche Räume gegliedert sein kann. Dabei gilt es, zwischen unterschiedlichen medialen Orientierungen der sinnlichen Aufmerksamkeit zu unterscheiden. Wird ein Gespräch dargestellt, ein mündlicher Vortrag, der als Lesung organisiert ist, oder nicht? Ausgehend davon, dass Boethius’ Text mündlich vorgetragen worden ist, muss die Präsenz von Schriftzeichen und Schreibwerkzeugen detailliert betrachtet werden.
Die oder der Mitarbeitende wird die Ausgangsbilder auf Linien oder Vektoren untersuchen, die sich ergeben:
A. zwischen den dargestellten sinnlichen Organen der Figuren;
B. zwischen den dargestellten Zeichenträgern;
C. der Architektur des Bildraumes.
Dies geschieht analog zu Darstellungen der Sichtlinien bei Analysen von zentralperspektivisch organisierten Bildern.
Vorausgesetzt werden ein Abschluss auf M.A.-Niveau Fine Arts und Forschungserfahrung.
Barbara Ellmerer und N.N. werden während des Projekts Bildprotokolle erstellen mit dem jeweiligen Fokus sowie an interner Koordination, Workshops, der Tagung und der Ausstellung mitwirken.
(SNF-Antrag)

 

Epiphanie [griechisch »Erscheinung«] die, -, das unmittelbare Erscheinen einer Gottheit in eigener Gestalt oder einer besonderen Manifestation (Theophanie). (Brockhaus)

Gewandung/Textur Die wechselnde Grösse der Philosophia, die das Verhältnis von Philosophie und Weisheit auf der Textebene als interpretationsbedürftig signalisiert, stellt bei der Übersetzung des Texts in Abbildungen eine bildkompositorische Herausforderung dar, die die Gewandung besonders auflädt, einmal weil der Text hier Vorgaben wie Schriftzeichen und Gebrauchserscheinungen setzt; dann, weil hier aussertextliche Bezüge relevant werden und in Konflikt treten mit dem Text. Im Zentrum dieses Aspekts der Untersuchung steht die Analyse von Differenzen in den Darstellungsweisen von Gewandung und Körpern des Ich-Erzählers oder des Autors Boethius im Vergleich zu der Philosophia. Besondere Aufmerksamkeit wird hier der Frage gelten, ob das Kleid der Philosophia stets als Kennzeichen philosophischer Expertise gedeutet werden kann, oder ob hier Eigendynamiken feststellbar sind, die der wechselnden Grösse oder anderen Faktoren – wie der Gewandung der jeweiligen Zeit – geschuldet sind. Konkret heisst das für Barbara Ellmerer, dass sie das jeweilig zu befragende Bild in seine Einzelkomponenten zerlegen wird, und zwar ausschliesslich in Bezug auf die Attribute, die den Körper tangieren und seine anliegenden Objekte. Dies umfasst: Alles Textile, die Faltenwürfe, strukturgebende und körperformende Elemente wie Gürtel, Bänder, Korsagen etc., und wie diese teilweise übergehen in Objekte, die nicht mit dem Körper verbunden sind, jedoch dem Wissenstransfer dienen sollen.
Augenfällig an den prächtigen Darstellungen des 15. Jahrhunderts ist, dass hier die Körperformen verändert dargestellt werden und demzufolge auch die weiblichen und männlichen Kleidungsstücke, die stärker auf die Bildräume zugreifen (hier wird es Verbindungen geben zur anderen künstlerischen Untersuchung zum Raum und der Perspektive). Es wird untersucht, ob sich das Gewand als Ausdehnung der jeweiligen Körper als Wissen manifestiert und/oder sich mit Insignien der Macht behilft, um Wissen zu transportieren. Hier werden bereits Differenzen festzustellen sein zu den frühmittelalterlichen Bildsprachen, wo eine Verschmelzung des Kleides mit dem Raum mittels Text auf Spruchbändern üblich war, hin zu einer Omnipräsenz von Buchobjekten, die parallel zu laufen scheint mit der Ausschmückung des Körpers/der Gewänder der Philosophia. Ein Moment wird in Holzschnitten zusätzlich zu beobachten sein, und zwar, wie sich die (aus ökonomischen Gründen zusammengesetzten) Bildstöcke auf die Darstellungen der Körper bildgestalterisch auswirken. Die Körper sinken tiefer in die voluminös gewordenen Faltenwürfe, die sich wiederum homogener in Raum und Landschaft einbinden. Die Ziele werden erreicht, indem man die historischen Bilder befragt mittels: Systematischer Zerlegungen in ihre Komponenten von Zeichen und Formen, Linien und Flächen, ihrer meist narrativ zu lesenden Bildsprachen, explizit der Körper darin. Durch das Demontieren, auch durch Weglassen bzw. Hinzufügen von Details, durch erneute Zusammensetzung der Elemente kann Erkenntnis gewonnen werden. (SNF-Antrag)

Ikone: Etymologisch leitet sich das Wort „Ikone“ von griech. eikon ab, was soviel bedeutet wie „Bild“ und „Abbild“, wobei der Begriff sowohl materielle Bilder als auch intelligible Gegebenheiten bezeichnen kann. aus: Stephan Günzel/Dieter Mersch: „Bild. Ein interdisziplinäres Handbuch“ (Stuttgart, Metzerlverlag, 2014) S. 157

Neuplatonismus ist eine moderne Bezeichnung für die jüngste Schulrichtung im antikenPlatonismus, der eine der bedeutendsten Strömungen der griechischen Philosophie war. Der Neuplatonismus entstand vor der Mitte des 3. Jahrhunderts aus dem Mittelplatonismus. Von Rom aus, wo der Philosoph Plotin († 270) eine neuplatonische Philosophenschule gegründet hatte, breitete sich die neuplatonische Bewegung über das Römische Reich aus. In der Spätantike war der Neuplatonismus die einzige übriggebliebene Variante des Platonismus. Er dominierte das gesamte philosophische Denken dieser Epoche. Die anderen traditionsreichen Schulen der antiken Philosophie waren weitgehend erloschen.(Wikipedia)

persona: ae f. (lat.): 1. Maske (tragica); 2. metonymisch Rolle (im Schauspiel). Stowasser 1980 

Platonismus (Philosophie): Elemente aller (oder doch der meisten) Spielarten des Platonismus sind: a) die Annahme erster, göttlicher Prinzipien sowie die These von der Wirklichkeit als einer gestuften Ordnung; b) die These von der Transzendenz eines absoluten ersten Prinzips; c) die Vorstellung, dass das Schöne in der sinnlichen Welt als »Abbild« der Ideenordnung zu verstehen ist; d) der Gedanke, dass die Welt nach mathematischen Proportionen geordnet ist und dass Zahlen und andere Objekte der Mathematik selbstständig existieren; e) die Überzeugung, dass dem Menschen strikte moralische Standards auferlegt sind und dass Menschen sich von der Welt des Sinnlichen, Körperlichen und Lustvollen abzuwenden haben; f) eine enge Verbindung aus philosophischer Rationalität einerseits und mythischen Erzählungen sowie mystischen Praktiken der Religionen andererseits. (Brockhaus)

Plotin: griechisch Plotinos, griechischer Philosoph, * um 204/205, † Minturnae (Kampanien) vor dem 25. 5. 270; Begründer und früher Hauptvertreter des Neuplatonismus und einer der bedeutendsten Philosophen der griechisch-römischen Spätantike. Einzige Quelle für die Biografie Plotins ist der Lebensbericht (»Vita Plotini«) seines Schülers Porphyrios von Tyros. Danach studierte er von ca. 231 bis 242 bei dem Platoniker Ammonios Sakkas in Alexandria; möglich ist, dass der Kirchenvater Origenes einer seiner Mitschüler war. Im Jahre 242 nahm Plotin am Persienfeldzug von Kaiser Gordian III. teil, »um die Philosophie der Perser und Inder kennenzulernen«. Nach der Ermordung Gordians III., 244, floh Plotin nach Rom. Dort gründete er im Alter von etwa 40 Jahren eine philosophische Schule, deren Hörerschaft z. T. aus der römischen Oberschicht stammte. P. verkehrte in führenden politischen und gesellschaftlichen Kreisen Roms und genoss das Wohlwollen von Kaiser Gallienus und dessen Frau. Sein Plan, eine philosophische Idealstadt, »Platonopolis«, in Kampanien zu gründen, scheiterte jedoch an einer Intrige am Kaiserhof. Nach der Ermordung des Gallienus (268) verlor er offenbar an Einfluss; es wird von einer schweren und schließlich tödlichen Erkrankung Plotins berichtet. Zwischen 254 und 270 verfasste Plotin ein umfangreiches Schriftenkorpus, das durch Porphyrios’ Edition der »Enneaden« (griechisch Neunheiten) in Form von 54 Traktaten vollständig überliefert ist (Porphyrios’ ordnete die Schriften in sechs Gruppen zu je neun Abhandlungen). (Brockhaus),

Raum in der Consolatio: Andreas Kirchner „Die Consolatio Philosophiae und das philosophische Denken der Gegenwart“, in:Thomas Böhm, Thomas Jürgasch, Andreas Kirchner (eds.), Boethius as a paradigm of Late ancient thought (Berlin: De Gruyter, 2014), 171-211 Kirchner

Räumliche Relationsangaben: Die Philosophia tritt nun an ihn heran–genauerhin an sein Haupt (supra verticem visa), denn hier hat die Philosophie ihren Ort (1,4,24-25). Dass diese Darstellung in einer Tradition von Epiphanie-Beschreibungen steht, wirft die Frage auf, warum der Autor sich hier dieser Tradition bedient. Dass räumliche Relationsangaben in der Consolatio–wie auch in der spätantiken Philosophie insgesamt–mit starken symbolischen Gehalt aufgeladen sind, darf nicht unbeachtet bleiben. Wenn es etwas heisst, die Philosophia begegne dem Ich-Erzähler hier vom Kopf, d.h. vom Denken her, so wird diese räumliche Vorstellung ganz bewusst eingesetzt. (Andreas Kirchner: „Die Consolatio Philosophiae und das philosophische Denken der Gegenwart“ in „Boethius as a paradigm of late ancient thought“ (Berlin/Boston, De Gruyter Verlag, 2014), S. 180)

Das Schöne im Platonismus/Neuplatonismus: Jens Halfwassen, „Schönheit und Bild im Neuplatonismus“, in: Verena Olejniczak Lobsien und Claudia Olk (Hg.), Neuplatonismus und Ästhetik : zur Transformationsgeschichte des Schönen (Berlin : De Gruyter, 2007), S. 43-57.Halfwassen_Das Schöne

Schurz: Joh. 12,4 (Das Neue Testament hrsg. von Eberhard Nestle (Stuttgart: Privilegierte Württembergische Biebelanstalt, 1906)): „stund er [Jesus] vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz und umgürtete sich.“

Stufen, Treppen auf dem Kleid der Philosophia: An der Universität Zürich fand ein Seminar zur Allegorie statt, in dem die Bildgeschichte aufgearbeitet/aufgezeigt wurde. Es ist dort auch ein Eintrag zu dem Boethius-Bild, zu dem das Bildprotokoll 0 erstanden ist. Sehr empfehlenswert, auch eine Illustration (München), die uns bisher nicht aufgefallen ist: https://www.uzh.ch/ds/wiki/ssl-dir/Allegorieseminar/index.php?n=Main.LeiternUndStufen

Webseite des Projekts:Sammelmappe_Boethius_3

Zentrum für Historische Medialität: ZHM_Eröffnung_Einladung_2018

Bildformatierungen: Unterschieden wird zwischen „Bildobjekt“ und „Bildvehikel“ Bsp.: Tierkopf (Bildvehikel) auf Bronzegefäss (Bildobjekt) aus: Wolfram Pichler / Ralph Ubl, „Bildtheorie zur Einführung“, (Hamburg, Junius Verlag, 2014), S. 136

„dass das Format des Bildvehikels sowohl auf den realen Raum wie auch auf das Bildobjekt bezogen ist.“ aus: Wolfram Pichler / Ralph Ubl, „Bildtheorie zur Einführung“, (Hamburg, Junius Verlag, 2014), S. 145

„ … drängt die Frage auf, worauf wir uns beziehen, wenn wir vom perspektivischen Bild sprechen – auf das Bildvehikel oder das Bildobjekt?“ aus: Wolfram Pichler / Ralph Ubl, „Bildtheorie zur Einführung“, (Hamburg, Junius Verlag, 2014), S. 183

„…, die besondere Bedeutung der Perspektive für die Kunst möge damit zusammenhängen, dass sie von ihren Nutzern verlangt, Beziehungen zwischen Beziehungen zu erkunden, wie zum Beispiel diejenige zwischen der Verkürzung, die mit grösserer Distanz zur Projektionsebene stärker wird, und der Grössenreduktion, die in dem festen Verhältnis erfolgt, dass die Verdoppelung der Entfernung der Halbierung der Grösse entspricht.“ aus: Wolfram Pichler / Ralph Ubl, „Bildtheorie zur Einführung“, (Hamburg, Junius Verlag, 2014), S. 189

„Die Perspektive ist, so Wiesing, das Werkzeug, das besonders gut geeignet ist, um jemandem zu zeigen, wie etwas von einem bestimmten Standpunkt aus aussieht.“ aus: Wolfram Pichler / Ralph Ubl, „Bildtheorie zur Einführung“, (Hamburg, Junius Verlag, 2014), S. 191

Perspektive: [zu spätlateinisch perspectivus »durchblickend«] die, -/-n,  darstellende Geometrieund bildende Kunst: die zweidimensionale, ebene bildliche Darstellung dreidimensionaler (räumlicher) Objekte mithilfe einer Zentralprojektion (Zentralperspektive) – im weiteren Sinne auch die Darstellung mithilfe einer Parallelprojektion (Parallelperspektive in der Axonometrie) –, die dem Betrachter ein anschauliches (»naturgetreues«) Bild des Objekts vermitteln, d. h. den gleichen Bildeindruck hervorrufen soll wie das Objekt selbst (Projektion). Brockhaus

 

Allure carolingienne: Als karolingische Buchmalerei wird die Buchmalerei vom Ende des 8. bis zum späten 9. Jahrhundert bezeichnet, die im Fränkischen Reich entstand. Während die vorherige merowingische Buchmalerei rein klösterlich geprägt war, ging die karolingische von den Höfen der fränkischen Könige sowie den Residenzen bedeutender Bischöfe aus. Ausgangspunkt war die sogenannte Hofschule Karls des Großen an der Aachener Königspfalz, der die Manuskripte der sogenannten Ada-Gruppe zugeordnet werden.(Wikipedia)

Boethius: Eine Einführung in sein Werk liegt vor von: Gruber, Joachim, Boethius : eine Einführung (Stuttgart : Hiersemann, 2011). Was schreibt Wikipedia, was der Brockhous zu Boethius?

Dame Philosophie: Sie erscheint grösser und kleiner. Hierzu ein Text, den wir beim Workshop mit Thomas Jürgasch besprechen werden. Juergasch_Statura discretionis ambiguae (2).

Nationalbibliothek Wien: Das Ausgangsbild in der Nationalbibliothek Wien beschreibt Courcelle in einem anderen Buch, und zwar in Pierre Courcelle, Histoire littéraire des grandes invasions germaniques (Paris : Études Augustinienne, 1964), Planche 37b, Boèce prisonnier de Théodoric, Vienne Oesterreichische Nationalbibliothek 271, fol 1 verso, s. IX-X. In dem beigefügten pdf ist der Bildbeschrieb, auf der Seite 5 des pdf.Courcelle_Histoire_invasions_1964

Reichenauer Malschule: Unter dem Begriff Reichenauer Malschule oder Reichenauer Schule werden die von unterschiedlichen Künstlern stammenden Werke der „Reichenauer Buchmalerei“ des 10. und 11. Jahrhunderts zusammengefasst. Es handelt sich um eine Gruppe von rund 40 überwiegend liturgischen Prachthandschriften, die zu den Höhepunkten der Kunst im 10. und 11. Jahrhundert gezählt werden. Aufgrund stilkritischer Argumente vermutet man eine gemeinsame Entstehung auf der Klosterinsel Reichenau im Bodensee. Die paläographischen Merkmale verweisen allerdings auf die Skriptorien von Trier, Köln und Seeon. Als Stiftungen von weltlichen und geistlichen Fürsten gelangten sie an Kirchen im ganzen ottonischen und salischen Reich, wo sie aufgrund ihrer kostbaren Ausgestaltung nur zu besonderen Anlässen Verwendung fanden. Ein Teil der heute in Bibliotheken in ganz Europa aufbewahrten Codices gehört seit 2003 zum UNESCOWeltdokumentenerbe. (Wikipedia)

Stilus: Schreibstift, Griffel (aus Holz, Bein oder Metall), mit dessen spitzem Ende man auf Wachstafeln schrieb; Schreibfehler änderte man durch Glattstreichen mit dem breiten Ende. (Der kleine Stowasser – Lateinisch-Deutsches Schulwörterbuch (München: G.Freytag, 1980), S. 432).

Stilus / Griffel: Boethius sitzt in dieser Zelle und – umringt von den Dichter_musen, den camenae bzw. musas – schreibt er mit dem Griffel* schweigend nieder, was diese ihm eingeben. *(Fussnote 21) Das stilus-Motiv, welches auch in den Theologischen Traktaten an prominenter Stelle wiederholt vorkommt, wirkt bei Boethius eigentümlich aufgeladen… Der Griffel ist zunächst einmal Ausdruck des Schreibens. Der sonst damit verbundene Reflexionsprozess, welcher Äusserung des Denkens ist, ist hier jedoch gerade nicht erreicht; vielmehr schreibt Boethius seine Klage nieder, welche sich blind auf die äussere Vergangenheit richtet. Hier ist der stilus Medium der memoria.

Andreas Kirchner: „Die Consolatio Philosophiae und das philosophische Denken der Gegenwart“ in „Boethius as a paradigm of late ancient thought“ (Berlin/Boston, De Gruyter Verlag, 2014), S. 178

Syntax: Nachname, Vorname, Titel des Buchs (Ort: Verlag, Jahr), S.; bei Zitaten aus Online-Quellen: Adresse, zul. abgeruf. Datum, z.B. http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b8490090z/f60.image , zul. abgeruf. 31.3. 2017

Raffael, Die Schule von Athen 1510 bis 1511, Fresko, Rom, Vatikan, Päpstlicher Palast, Stanza della Segnatura, Italien, Bildnachweis: L. Schneider – Ch. Höcker, Die Akropolis von Athen (Darmstadt 2001), S. 17 Abb.10, Datenbank EikOnline, Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Altertumswissenschaften, Justus-Liebig-Universität Gießen

Visuelle Philosophie, Hanno Depner, Hrsg. Königshausen & Neumann, Würzburg 2015                                     In dieser Ausatzsammlung denkt Sabine Ammon über Entwurfspraxen nach, in: Einige Überlegungen zur generativen und instrumentellen Operativität von technischen Bildern.  Ausgehend von Böhms Terminologie der „nützlichen Bilder“ (oder nach Majetschak „Gebrauchsbilder“) nimmst sie die dienende Funktion dieser Bilder aufs Korn und vergleicht sie mit den sog. zweckfreien Bildern der Bildenden Künste. Interessant ist, wie sie dann näher eingeht auf den besonderen Status von Bildern in Entwurfsprozessen: Variieren, vergleichen, testen. Diese Punkte sind für unser Projekt zentral.

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