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Scribe taking a census of cattle. Thebes, c. 1400 B.C. British Museum

Scribe taking a census of cattle. Thebes, c. 1400 B.C., British Museum

 

>>Zu fragen ist: Was ist das Spezifische am Schreiben?<< (Vilém Flusser, Die Schrift – Hat Schreiben Zukunft? (Göttingen: Edition Immatrix, 1987/1992) S. 8

Diese Frage kontextualsieren wir durch Diskussion exemplarischer Theorien und durch Exploration von Medienwechseln und unterschiedlicher Mittel. Die Diskussion erfolgt in den  Schritten:

A. ) Fanzine

Bild, Text: Die Text-Bild-Collage ist im Stil eines Fanzines gehalten, und umfasst mindestens 4 DinA5-Seiten beidseitig gestaltet.

B.) Blogbeitrag

Bild, Ton, Text mit Quellenangaben, insbesondere Klärung von Copyright-Ansprüchen, unter Berücksichtigung von C.)

C.) Entscheide Dich für einen der vorgestellten Aufsätze, diskutiere ihn mittels des Lektürekompasses.

Lektürekompass

1. Bestimmung von Autorin/Autor, Titel, Ort, Verlag und Jahr der Publikation

2. Selbstbefragung:

2.a Was gefällt mir? 2.b. Was missfällt mir? 2.c. Steht der Text in Beziehung zu einer künstlerischen Arbeit von mir oder von anderen?

3. Welche Bedeutung hat der Text für das Seminar, besonders für die Frage: >> Was ist das Spezifische am Schreiben?<< (Vilém Flusser, Die Schrift – Hat Schreiben Zukunft? (Göttingen: Edition Immatrix, 1987/1992) S. 8

4. Fokus auf Medialität in den Argumentationslinien der Autorin/des Autors: 4.a. Was ist der zentrale Gegenstand des Textes? Kann er zeitlich und räumlich bestimmt werden? 4. b. Welche Techniken und Medien angesprochen? 4.c.: Welche Fakten werden vorgetragen? 4.d. Welche Metaphern werden verwendet, werden Techniken und Medien metaphorisch verwendet? 4.e. Wie wird argumentiert? Was wird ausgelassen?

5. Kontextualisierung: Bestimmung der Autorin/des Autors in Raum und Zeit

6. Relevanz 6.a. Welche Relevanz besitzt der Text für meine Mitarbeit im Seminar? 6.b. Welche Relevanz besitzt der Text für meine Arbeit?

Termine

4.3. Hermes

25. 3. Roy Harris

1.4. Jabès

8.4. Fenollosas Rezeption der chinesischen Schrift

22.4. entfällt: siehe 8. und 15. Mai

29.4. entfällt: siehe 8. und 15. Mai

6. Mai: Platon, Derrida

8. Mai: 10-13h Sprechstunden

15. Mai: 10-13h Sprechstunden

Literatur

Massimo Cacciari, „Die Weisse und die Schwärze“, in N.Röller (Hrsg.), Migranten (Berlin: Merve, 1995)

Jacques Derrida, „Devise“, in: Grammatologie (1967, Frankfurt/M: Suhrkamp, 1983), S.11-15

Ernest Fenollosa, „Das chinesische Schriftzeichen als Organ für die Dichtung“ in, Fenollosa, Ernest; Pound, Ezra; Eisenstein, Serge, No – Vom Genius Japans (Zürich: Die Arche, 1963)

Rainer Maria Rilke, „Ur-Geräusch“ (1919 http://art-bin.com/art/oprimalsound.html )

Vilém Flusser, Die Schrift – Hat Schreiben Zukunft? (Göttingen: Edition Immatrix, 1987/1992

HaydenWhite, „Schreiben im Medium“, in: Hans Ulrich Gumbrecht, K. Ludwig Pfeiffer (Hrsg.), Schrift (München: Fink, 1993)

Bonus Tracks

Jacques Derrida: „Platons Pharmazie“ in: Dissemination (Wien: Passagen-Verlag, 1995)

Eric Alfred Havelock,   Als die Muse schreiben lernte (Frankfurt am Main : Hain, 1992)

Gershom Scholem, „Der Name Gottes und die Sprachtheorie der Kabbala“ [Vortrag auf der Eranos-Tagung 1970], in: Ders., Judaica III (Frankfurt/M: Suhrkamp, 1973

Walter J. Ong,   Oralität und Literalität : die Technologisierung des Wortes ( Opladen : Westdeutscher Verlag, 1987)

Textstellen für die Diskussion am 25.3.

>> Das sagte Mose zu Gott: >Wenn ich nun aber zu den Israeliten kommen und ihnen sage: ‘Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt'<, und wenn sie mich dann fragen: ‘Wie heisst er denn?’, was soll ich ihnen dann antworten?< Das sagte Gott zu Mose: >Ich bin, der ich bin<. Dann fuhr er fort: >So sollst du zu den Israeliten sagen: Der ‘Ich bin’ hat mich mich zu euch gesandt!< Und weiter sagte Gott zu Mose: >So sollst du zu den Israeliten sagen: ‘Der Herr, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt’. Das ist mein Name in Ewigkeit und meine Benennung von Geschlecht zu Geschlecht.< <<. Exod 3, 13-16

[Mose verweilte vierzig Tage auf dem Sinai, um die von Gott beschriebenen Gesetzestafeln in Empfang zu nehmen]

>>Hierauf gebot der Herr dem Mose: >Steige zu mir auf den Berg herauf und verweile dort, damit ich dir die Steintafeln mit dem Gesetz  und den Geboten gebe, die ich zu ihrer Unterweisung aufgeschrieben habe … < << Exod 24, 12

>>Als der Herr nun seine Unterredung mit Mose auf dem Berge Sinai beendet hatte, übergab er ihm die beiden Gesetzestafeln, steinerne Tafeln, die vom Finger Gottes beschrieben waren.<< Exod. 31, 18 Zitate nach: Die Heilige Schrift (Übersetzt von Hermann Menge, Stuttgart; Württembergische Bibelanstalt, 1949)

„Als er aber an die Buchstaben gekommen, habe Teuth gesagt:
Diese Kunst, o König, wird die Ägypter weiser machen und gedächtnisreicher, denn als ein Mittel für Erinnerung und Weisheit ist sie erfunden.
Jener aber habe erwidert: O kunstreichster Teuth, einer weiss, was zu den Künsten gehört, ans Licht zu bringen; ein anderer zu beurteilen, wieviel Schaden und Vorteil sie denen bringen, die sie gebrauchen werden. So hast auch du jetzt, als Vater der Buchstaben, aus Liebe das Gegenteil dessen gesagt, was sie bewirken.
Denn diese Erfindung wird den Seelen der Lernenden vielmehr Vergessenheit einflössen aus Vernachlässigung der Erinnerung, weil sie im Vertrauen auf die Schrift sich nur von aussen vermittels fremder Zeichen, nicht aber innerlich sich selbst und unmittelbar erinnern werden. Nicht also für die Erinnerung, sondern nur für das Erinnern hast du ein Mittel erfunden, und von der Weisheit bringst du deinen Lehrlingen nur den Schein herbei, nicht die Sache selbst“. Platon, Phaidros 274a, siehe auch: Phaidros

 

„Die gesprochenen Worte sind die Zeichen von Vorstellungen in der Seele und die geschriebenen Worte sind die Zeichen von gesprochenen Worten. So wie nun die Schriftzeichen nicht bei allen Menschen die nämlichen sind, so sind auch die Worte nicht bei allen Menschen die nämlichen; aber die Vorstellungen in der Rede, deren unmittelbare Zeichen die Worte sind, sind bei allen Menschen dieselben und eben so sind die Gegenstände überall dieselben, von welchen diese Vorstellungen die Abbilder sind. Hierüber habe ich früher in meiner Schrift über die Seele mich ausgesprochen; es gehört nämlich zu einer andern Untersuchung.“ Aristoteles, Hermeneutik oder Lehre vom Urteil (Peri hermêneias, De Interpretatione), 1. 4-7, Quelle hier

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